WM-Nizza 2026

Nizza Medaille

IRONMANIronman 70:3 Weltmeisterschaft Nizza, 13.9.2026: Dabei sein ist alles!
Bis vor wenigen Tagen kannte ich die Côte d’Azur nicht, als Abiturient vor mehr als 50 Jahren bin ich mal kurz mit dem Auto durchgefahren. Was soll ich sagen, ich bin total beeindruckt. Bei 5 Tagen Kaiserwetter hat mich vor allem eines begeistert: die Côte d‘Azur ist wirklich BLAU. Wenn man auf dem klassischen Aussichtspunkt auf einer leichten Anhöhe über dem Meer steht wo in meterhohen rot-weißen Buchstaben „Love Nice“ aufgebaut ist – man sieht nur blau. Der Himmel bei Kaiserwetter sowieso, die zur Stadt hin abfallenden Hänge der „Alpes-Maritimes“, aber vor allem das Meer: richtig blau. Selbst später, beim Schwimmen, wenn man im Wasser nach unten schaute – alles blau. Das habe ich in dieser Intensität noch nirgends anders gesehen. Aber auch Nizza selbst – das ist schon etwas ganz besonderes: die noblen, gut restaurierten hohen Bauten – Hotels, Herrenhäuser etc. – entlang der „Promenade Des Anglais“ in begrenzt durch einen mit Palmen bestückten, sehr gepflegten Grünstreifen und gegenüber der Strand mit dem blauen Meer, einfach beeindruckend. Den mondänen Touch erhält das ganze Spektakel dann noch durch die tief entlang des Küstenstreifen einfliegenden Flugzeuge aus aller Herren Länder. Aber auch in der Stadt hat Nizza viel zu bieten. Ironman hatte seine Zelte für die Registrierung, Merchandising und Expo mitten auf dem pittoresken „Place Massena“ aufgestellt. Was für eine atemberaubende Venue.

Aber wo viel Licht, da ist auch viel Schatten. Wohl bedingt durch das schreckliche islamistische Attentat vor genau 10 Jahren, bei dem ein Terrorist mit einem Lastwagen hier 86 Menschen tötete und weitere 400 zum Teil schwer verletzte, ist die Polizei- bzw. Security Präsenz allgegenwärtig. Sogar eine Patrouille der Fremdenlegion habe ich gesehen. Überall sind wegen des Ironmans Kontrollpunkte aufgebaut, man muss den Inhalt seiner Taschen zeigen: vor dem Einlass in die Ironman EXPO, vor dem abgesperrten Zielbereich wo später die Sportler von einer Tribünen aus bejubelt werden würden, selbst beim Eingang zu großen Hotels habe ich Polizeikontrollen entdeckt.

Für den „Normalo“ bedeutet eine WM Teilnahme: dabei sein ist alles. Die Arbeit ist mit der Qualifikation zur WM getan. Diese ist mir im Juni 2026 beim IM 70:3 in Westfriesland/ Niederlande gelungen. Jetzt gilt es zu genießen, einfach nur Spaß haben. Das Podium machen einige wenige, wie mein Freund Howard immer sagt „Mutanten“ unter sich aus.
Die Organisation des Wettkampfes: PERFEKT !

Hier merkt man einfach die Jahrelange Erfahrung der Veranstalter vor Ort mit der Vorbereitung von Ironman Rennen. Für mich selbst war es ein Wettkampf voller Pech, Pleiten und Pannen. War aber egal, ich hatte nur ein Ziel: ich wollte meine zweiten WM-Finisher Medaille mit nach Hause bringen. Begonnen hatte meine Pechsträhne, oder sollte ich eher sagen Unvermögen, bereits beim Schwimmen. Ich hatte mich schlecht informiert über die Wassertemperatur im Mittelmeer an der Côte d‘Azur im September, die betrug nämlich 28 Grad – Neopren Verbot. Meinen Swimmsuite hatte ich zuhause gelassen wo er nach seinem bisherigen einzigen Einsatz in der Karibik beim IM Cozumel im Schrank hang. So bin ich die 1,9 k durch das Badewannen warme – und wie oben beschrieben – richtig blaue Wasser sozusagen in der Badehose geschwommen. Dafür konnte ich mit der Pace von < 2:30 Minuten/100 Meter noch einigermaßen zufrieden sein.

Die Radstrecke – landschaftlich mehr geht nicht: 90 Kilometer und 1200 Höhenmeter durch die traumhaft schönen „Alpes Maritimes“ – einfach unvergleichlich. Evelyn, und natürlich Loba unsere Hündin, standen gleich nach der Wechselzone an der Strecke,
feuerten mich an und wünschten mir Glück für die Radstrecke. Um die Zeit einigermaßen rumzubekommen verbrachten die beiden den Tag in einer der zahlreichen und äußerst elitären Beach Clubs direkt am Strand. Die Radstrecke kann man leicht in zwei Teile gliedern: Die ersten 45 k geht es nur bergauf. Ich habe auf diesem Abschnitt nicht getrödelt, ich habe mich aber auch nicht umgebracht. Wann würde ich in einer solch anmutenden Landschaft noch einmal Radfahren dürfen – Genießen war die Devise. Dafür wurde Teil zwei des Radsplits, die Abfahrt, zum Alptraum. Wie im letzten Jahr bei der WM in Marbella hatte man uns Gruftis gleich hinter den Profis am Schwimmstart aufgestellt. Alle jungen und wilden Altersklassen hinter uns. Und genau diese Jungen und Wilden schossen nun Kamikaze- mäßig bei der Talfahrt an uns vorbei. Dazu kommt ein für diesen WK völlig inakzeptabler Straßenbelag. Der Asphalt war zur rechten Seite hin abgebrochen und wies überall große Schlaglöcher auf. Dazu kamen immer wieder Bodenwellen die für die Geschwindigkeitskontrolle der Autofahrer gegossen worden waren. Die Veranstalter hatten die Straßenschäden zwar mit Farbe markiert. Aber ich musste ja immer ganz rechts die Kurven ausfahren und somit alle Schlaglöcher mitnehmen.

An Ideallinie nicht zu denken. Andernfalls hätten mich die sich herabstürzenden Jungathleten, oft in Zweier- oder Dreier- Gruppen nebeneinander, umgerissen. Mein Freund und Kollege Dan, der in Nizza schon zweimal bei einer IM Veranstaltung gestartet ist hatte mich gewarnt: Insgesamt 10 Mal zählte ich einen mit Blaulicht warnenden Krankenwagen und Sanitäter, die schwer verwundete Sportler versorgten. Im Zielbereich sah ich später einen Südamerikaner der die komplette linke Gesichtshälfte aufgeschürft hatte. Ich habe auf der Abfahrt sehr viel Zeit verloren, aber es wäre mir nicht wert gewesen auf Risiko zu fahren.

Der Lauf entlang der oben beschriebenen Uferpromenade auf der „Promenade Des Anglais“ erneut ein Traum, es gibt kaum schönere IM Laufsplits. Der heutige Wettkampf dürfte, wenn ich die über die olympische Distanz ausgerichteten Triathlons mitzähle ca. der 50 in meiner Sportlerkarriere gewesen sein. Aber noch nie, wirklich noch nie habe ich vergessen Socken in meinen Laufbeutel in der Wechselzone zu packen – ausgerechnet heute. Was dann geschah war abzusehen. Ich lief mir auf beiden Füßen blutige Blasen, die natürlich beim Lauf stark schmerzten. Egal, der Endorphinspiegel dürfte zu diesem Zeitpunkt schon Höchstwerte erreicht haben. Evelyn feuerte mich erneut beim Beginn der Laufstrecke an. Und kurz vor dem Finish standen Felix, Petra und Katrin vom DSV bereit mich abzuklatschen. Petra hatte am Vortag den Ironman in beeindruckenden 7:07 h gefinished, ich war heute nach 7:43 h im Ziel. Wen interessiert es. Im Ziel erhielt ich meine WM Medaille, DABEI GEWESEN ZU SEIN IST ALLES.

Nach einer langen Saison mit insgesamt vier Ironmanteilnahmen beginnt für mich jetzt die Off Saison. Halt – falsch – doch noch nicht ganz. Es steht noch eine DTU Sprint Distanz in ein paar Wochen an. Ich muss Punkte sammeln für die Qualifikation der Triathlon WM im September 2027 in Hamburg. Ich habe jetzt nämlich Blut geleckt.

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Weltmeister in Japan

RobertBraam-WM2006

Ein Stück Horst-Niewrzol-Cup im Gepäck:
Zunächst möchte ich mich ganz herzlich beim Horst-Niewrzol-Cup und allen Sportfreunden dahinter bedanken.

Für mich ist der HN-Cup viel mehr als eine Serie von Zeitfahren. Hier kann man kontinuierlich an der optimalen Aerodynamik und an der körperlichen Leistungsfähigkeit arbeiten – ganz ungezwungen, auf schönen Strecken und über unterschiedliche Distanzen. Jede Fahrt liefert neue Daten, neue Erkenntnisse und neue Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.

Für mich ist der Cup deshalb eine echte Goldgrube: Training, Daten, Erfahrung und positive Energie – gemeinsam mit Gleichgesinnten. Genau diese Kombination hat mir die optimale Vorbereitung auf eine unvergessliche Reise nach Japan ermöglicht.

Der Weg nach Niseko

Die UCI veranstaltet seit Jahren eine offizielle Gran-Fondo-Serie mit Gran Fondos und Zeitfahren auf der ganzen Welt. Mit einer entsprechenden Lizenz kann man an diesen Rennen teilnehmen.

Im Juni bin ich beim Gran Fondo Vosges in Frankreich gestartet. Wer dort in seiner Altersklasse unter den besten 25 Prozent landet, qualifiziert sich für die UCI Gran Fondo Weltmeisterschaften.

Das Besondere daran: Die Weltmeisterschaft findet jedes Jahr in einem anderen Land statt. Im vergangenen Jahr war Australien Gastgeber, in diesem Jahr ging es nach Japan und im kommenden Jahr findet die Weltmeisterschaft in Frankreich statt.

Normalerweise fahre ich fast ausschließlich Zeitfahren. Weil ich mich über einen Gran Fondo qualifiziert hatte und meine niederländischen Teamkollegen mich außerdem gefragt hatten, ob ich bei der Mixed Team Relay mitmachen möchte, standen in Niseko gleich drei Wettbewerbe auf dem Programm.

Mit dem HNC-Gefühl nach Japan

Mit zwei Fahrrädern ging es nach Japan – in eine völlig fremde Welt, in der ich zunächst niemanden kannte.

Japan ist kulturell eine ganz andere Welt: unglaublich sauber, höflich und ruhig. Auf den Straßen findet man kaum Müll, die Menschen sind zurückhaltend und gleichzeitig sehr hilfsbereit. Obwohl die japanischen Schriftzeichen zunächst ungewohnt sind und nur wenige Menschen Englisch sprechen, kommt man erstaunlich schnell zur Ruhe.

Im Laufe der Woche kamen immer mehr Teilnehmer aus allen Teilen der Welt zusammen. Menschen mit der gleichen Leidenschaft, dem gleichen Ehrgeiz und der gleichen Freude am Radsport. Es entstand eine große internationale Familie.

Und dann kam der Moment, auf den man monatelang hingearbeitet hatte.

Einfach ein HNC-Zeitfahren

Vielleicht war die größte Herausforderung für mich gar nicht die Strecke oder die körperliche Leistung.

Ich habe versucht, das Rennen innerlich zu einem ganz normalen HNC-Zeitfahren zu machen.

Denn genau solche Rennen fahre ich normalerweise sehr gut. Wenn man einem Wettkampf allerdings zu viel Bedeutung gibt, beginnt etwas zu passieren: Die Kraft und Energie, die man eigentlich für den Wettkampf braucht, gehen schon in den Tagen davor langsam verloren. Man denkt zu viel darüber nach, macht sich selbst Druck und versucht, etwas Besonderes zu leisten.

Das war für mich wahrscheinlich der schwierigste Teil in Japan: das Weltmeisterschaftsrennen nicht größer zu machen, als es sein musste.

Also habe ich versucht, mich auf das zu konzentrieren, was ich kenne: Aerodynamik, Leistung, Rhythmus und einfach mein eigenes Zeitfahren zu fahren.

Und am Ende hat genau das funktioniert.

Weltmeister in Niseko

Nach all den Trainingsstunden, Daten, Tests und kleinen Verbesserungen durfte ich in Niseko tatsächlich den größten sportlichen Erfolg meiner bisherigen Laufbahn feiern:

UCI Gran Fondo Weltmeister 2026 im Zeitfahren der Männer 50–54.

Ein unglaubliches Gefühl – und gleichzeitig ein Erfolg, der für mich nicht erst an diesem Tag entstanden ist.

Er ist das Ergebnis vieler kleiner Schritte, vieler Trainingskilometer, vieler Auswertungen und natürlich der Menschen, mit denen man diese Leidenschaft teilt.

Auch die beiden anderen Wettbewerbe waren besondere Erlebnisse: Bei der Mixed Team Relay wurden wir mit Team NL Fünfte. Im Gran Fondo belegte ich den 21. Platz – und damit war ich angesichts der vielen Höhenmeter und meines Gewichts ehrlich gesagt ziemlich happy. 😊

Ein Teil dieses Weges führt für mich ganz klar über den Horst-Niewrzol-Cup.

Ein ganz besonderer Dank geht deshalb an Norbert sowie an alle Organisatoren, Helfer und Freiwilligen, die den HN-Cup mit so viel Engagement möglich machen. Vielen Dank für diese besondere Atmosphäre, die gemeinsamen Kilometer und die Möglichkeit, sich immer wieder weiterzuentwickeln.

Und vielleicht bekommt der eine oder andere aus der HNC-Gemeinschaft ja Lust, selbst einmal so ein internationales Abenteuer zu wagen. Es lohnt sich – sportlich, aber vor allem auch menschlich. Ich würde mich jedenfalls freuen, beim nächsten Mal noch mehr bekannte Gesichter aus dem HN-Cup irgendwo auf der Welt wiederzutreffen.

Ich freue mich schon auf die nächsten HNC-Rennen!

Robert Braam
UCI Gran Fondo Weltmeister 2026 – Zeitfahren Männer 50–54

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Tallinn 2026

Stephan Petrasch - 2. Platz

IRONMAN Tallinn 22.8.26:
3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und oben drauf noch ein Marathon: WARUM TUE ICH MIR DAS EIGENTLICH IMMER WIEDER AN ?
Es ist Samstag der 22. August 2026. Am späten Ende des heutigen Tages würde ich meinen 10. Ironman finishen …. und vielleicht der Antwort auf die oben gestellte Frage ein ganzes Stück näher gekommen sein.
Nein, nach Estland wollte nun wirklich niemand mit, ich habe alle gefragt, jeder hat mir einen Korb gegeben. Warum auch ? Das doch sehr karge Land an der ungastlichen Ostsee und als Nachbarn Russland hat wirklich nicht viel zu bieten. Es würde mein erster Ironman sein, den ich ganz alleine und ohne jegliche Unterstützung absolvieren würde. Dabei vergingen die 2 Tage Vorbereitung vor Ort wie im Fluge, man hat da einfach soviel zu organisieren. Auch logistisch macht man ein solches Unterfangen nicht mal so eben.
So stehen wir bald – 1700 im Neoprenanzug eingepackte „Bekloppte“ um 7:00 morgens am Ufer das RAKU Sees bei Tallinn und warten auf den Startschuss. Aber der Startschuss kommt nicht. Beim Blick auf den See weiß jeder sofort warum: das Wasser ist wärmer als die zu dieser Zeit 11 Grad messende Außentemperatur und folglich hat sich Nebel über dem Wasser gebildet. Man kann schlichtweg nichts sehen, nicht einmal die nur 100 Meter vom Ufer entfernte riesige Boye die uns Schwimmern den Weg durch das Wasser zeigen soll. Eine geschlagene Stunde müssen wir warten bis die Veranstalter sich -nicht ohne Risiko – dazu durchringen das Rennen stattfinden zu lassen. Was wenn sich irgendwer verschwimmt und nicht gerettet werden kann weil man ihn einfach nicht sieht.
Mein Schwimmen läuft gut, für meine Verhältnisse sogar ziemlich gut. Aber bald merke ich, dass ich bei der Wahl meines Neoprenanzuges einen großen Fehler gemacht habe. Um möglichst viel Bewegungsfreiheit in den Armen und Beinen zu haben habe ich mich für einen Anzug entschieden, der im Schulterbereich nur eine hauchdünne Neopren Schicht hat. Aber die ist für das Wasser, das an diesem Morgen 17,8 Grad kalt ist, viel zu dünn. Mir wird immer kälter, selbst kräftige Armzüge wärmen den Oberkörper nicht mehr auf. Als ich aus dem Wasser steige bibbert der ganze Körper. Meine Hände zittern so stark, dass ich kaum meine Radschuhe zubinden kann. Ganz zu Schweigen von dem Verschießen des Helms. Es muss für die vielen Zuschauer jämmerlich ausgesehen haben. Erst nach mehr als 1 Stunde hartem Radfahren wird es mir langsam wieder warm. Die Strategie auf dem Rad: gib nicht alles, du musst anschließend noch einen Marathon laufen. So lange habe ich im Training geübt, die richtige Wattwerte zu finden, nach der ich meine Belastung ausrichten kann. Aber just heute versagt mein Wattmesser, ich kenne weder meine Leistungsdaten noch meine durchschnittliche Pace. Ich fahre mal wieder nur nach Gefühl. Ca. bei Kilometer 120 beginnt das angekündigte Schauspiel. Erst frischt der Wind auf, dann beginnt es langsam zu regnen. Aber das Ganze entwickelt sich zu einem selten erlebten Orkan, aus dem Himmel ergießt sich das Wasser wie aus Kübeln. Und die letzten 30 Kilometer muss ich mich gegen die Windrichtung nach Tallinn zurück kämpfen. Streckenweise habe ich den Eindruck ich stehe auf der Stelle. Als ich endlich in der Wechselzone ankomme bin ich völlig erschöpft. Und es schüttet weiter wie aus Eimern.
Niemand, aber auch wirklich niemand will sich da unter freiem Himmel auf seinem Platz, einer einfachen Holzbank umziehen. Die Organisatoren haben dafür ein kleines Zelt vorbereitet, getrennt für Männer und Frauen. Und für natürlich ist das Zelt viel zu klein für die vielen Athleten, die gleichzeitig mit mir angekommen sind. Aber es hat halt einen großen Vorteil: es ist warm darin und trocken. So stehen oder sitzen zahlreiche nackte Männer dicht gedrängt, um sich für die letzte Probe, den Marathon vorzubereiten. Ein Kampfrichter kommt herein und teilt einem Athleten mit, er hätte das Zeitlimit beim Schwimmen überschritten und ist disqualifiziert – der kräftige Mann fängt an bitterlich zu weinen. Ich bibbere erneut am ganzen Körper, und bleibe einfach eine Weile so sitzen bis mir wärmer ist. Mir ist meine heutige Finisherzeit schon längst egal. Hauptsache das Teil irgendwie nach Hause bringen, egal wie.
Als ich endlich aus dem Zelt trete ergießen sich die Wolkenbrüche als würde die Welt untergehen. Dazu ein Orkan der, das würde ich später noch beim Laufen sehen, der zahlreiche Äste abreißt. Kurz vor meiner Abfahrt nach Tallinn ist eine
Frau in Deutschland, eben bei so einem Unwetter von einem Ast erschlagen worden. Aber die Organisatoren denken nicht an Abbruch – ich auch nicht !!! Die Laufstrecke geht im wesentlichen durch den Ostseepark Tallinn. Heißt man hat einige Wege entlang dem Meer asphaltiert, vereinzelt ein paar Bäume und sonst nichts. Ich sehe wie der Wind die Ostsee aufbraust, der Regen hat mittlerweile die Wege so zugeschüttet, dass wir bis zu den Knöcheln durch das Wasser stolpern. Es wird langsam dunkel und richtig kalt. Viele Teilnehmer schützen sich mit Silberfolien, die der Veranstalter an den Verpflegungsstellen verteilt.
Es ist Samstag Abend. Jeder normale Bürge sitzt jetzt gemütlich zuhause bei einem Glas Rotwein und schaut sich im TV eine Unterhaltungssendung an. Ich fange an zu sinnieren: WARUM TUE ICH MIR DAS IMMER WIEDER AN. Viele meiner Alterskollegen sagen zu mir wenn ich von meinem
Sport erzähle – sie hätten sich im Leben nichts mehr zu beweisen. Ich glaube ein Psychologe oder ein Psychiater würde an dieser Stelle meine Kindheit durchstöbern. Und vielleicht würde ich ihm erzählen, dass ich als Jugendlicher gar kein guter Sportler war. Mir fehlte jegliches Talent. Dutzende von Turnlehrern haben versucht mir den Aufschwung am Reck beizubringen. Ich kann ihn heute noch nicht. Warum ist Linda Ashmore 2018 im Alter
von 71 Jahren und 305 Tagen (also genauso alt wie ich jetzt) durch den Ärmelkanal geschwommen ? Vielleicht weil sie den Respekt gebraucht hat – den Respekt vor und für sich selbst.
Irgendwann, spät in der Nacht, nach Stunden des Leidens, der Qualen und des Durchbeißens überquere ich die Ziellinie. Irgendwer ruft aus der Ferne – You Are an Ironman. Aber so richtig Anteil nimmt niemand. Die Zuschauerränge sind bei diesem Wetter eh leer gefegt.
Im Zielbereich ist ein riesiges Büffet für die Sportler aufgebaut.
Ich aber will mur ganz schnell in mein Zimmer in einem relativ sterilen Apartementhaus für Durchreisende …. und mich stundenlang ganz heiß duschen. Und morgen, morgen gehe ich mit Stolz geschwollener Brust zur Siegerehrung, ich habe nämlich in der Altersklasse 70-74 den zweiten Platz belegt.

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Lanzarote 2026

Lanzarote: Stephan Petrasch

Lanzarote 23.5.26: Bericht über den weltweit härtesten Ironman !
Ich muss jetzt einmal ganz ehrlich mir gegenüber sein, ich habe mich gewaltig verzockt. Den IM Lanzarote wollte ich eigentlich nie machen, zu hart für mich. Aber seit dem ich in M70 starte bin ich fast jedes Mal auf dem Treppchen gewesen, nur ganz oben, da stand ich noch nie. Immer war irgendwer schneller als ich, und wenn es nur 4 Minuten waren, und schnappte mir Platz 1 und damit den erträumten Slot für Hawaii weg. Also suchte ich nach einem Wk bei dem es kein Grufti mehr ins Ziel geschafft hat, und da fand ich zwei: Wales und eben Lanzarote, hier gab es seit Jahren keinen Finisher in M70 mehr. 2025 lief ein Athlet in Lanzarote 3 Minuten nach Zielschluss ein – aus der Traum, sehr bitter.
Also meldete ich für Lanzarote. Die Aufgabe war Insidern hinreichend bekannt, das Problem ist der Radsplit: 180 k mit insgesamt > 2500 Höhenmetern bei dem für Lanzarote gefürchteten Wind und oft sehr rauem und damit für das Rad schlecht befahrbarem Asphalt. Und wenn man nach dieser Tortur überhaupt noch vom Rad steigen kann wartet ein Marathon, erneut bei starkem Wind und knapp 300 Höhenmeter, auf den geschundenen Sportler. Dagegen fühlt sich das Schwimmen über 3,8 Kilometer im 19 Grad warmem Atlantik zu Beginn des Wettkampfs fast wie Baden an.
Mein Problem als schwacher Radfahrer zu Beginn der Vorbereitung war es diese 180 Kilometer in einer Mindestgeschwindigkeit von 20 k/h zu absolvieren, alles andere wäre für ein Finish im Zeitlimit zu langsam. Dabei konnte ich zu diesem Zeitpunkt meine Hausstrecke bei Malaga über gerade mal 42 k und einem entsprechenden Höhenprofil nicht einmal mit 19 k/h drücken.
Also ging es seit Dezember jeden Sonntag knallhart auf die Rolle im Keller, zuletzt 5 Stunden lang am Stück. Immer mit klar vorgegebenen Zielwatt-Werten. Im Trainingscamp in Andalusien mit Florien aus meinem Verein DSV Mitte April habe ich dann einmal mehr gespürt, wie effektiv das stupide Treten im Keller ist. Selbst das Befahren der höchsten asphaltierten Straße Europas, rauf auf die Sierra Nevada in 3400 Metern, wo viele Triathlon Profis ihr Trainingslager aufschlagen, konnte ich gut meistern. Ich schöpfte Mut für mein selbst gesetztes Ziel.
Auch sonst lief die ganze Vorbereitung diesmal absolut nach Plan. Ich drehte alle meine Konzepte noch einmal auf links, an jedem Detail habe ich erneut gefeilt – ich wollte dieses Mal das maledeite Ticket nach Hawaii lösen, endlich und unbedingt !
So machte ich mich am 19.5.26 auf die von „Hannes Hawaii Tours“ perfekt vorbereitete Reise. Hannes war persönliche vor Ort und tat alles um mir und zwei weiteren Startern einen erfolgreichen Wettkampf zu ermöglichen. Angefangen von einem genialen Hotel, das er für uns ausgesucht hatte, über tausend brauchbare Ratschläge, die nur einer geben kann der seit Jahren beim IM Lanzarote vor Ort ist bis hin zu einer Streckenführung, teils
mit Rad, teils mit Auto. Mein Auge war bei dieser Streckenbesichtigung aber
nicht nur auf die „sportlich herausfordernde“ Route gerichtet (wie sie auf der Website von IM verharmlosend beschrieben wird), sondern vor allem auf die atemberaubende Schönheit der Landschaft: bizarr, karg, rauh aber zugleich beeindruckend pintoresk. Schwarzes Lavageröll wechselt mit über steile Klippen ins türkisblaue Meer abfallenden Hängen, tiefgrüne Weinreben werden von kreisrunden Steinmauern zum Schutz gegen den Wind umgeben und über die in den Himmel ragenden Vulkankrater fallen die Wolken ins Tal als würde sich ein Wasserfall ergießen. Ich bin einfach sprachlos.
Zwei Tage vor dem Wettkampf erreichte mich dann die Hiobsbotschaft von meinem Sportsfreund Howard: ca. 9 Athleten haben für M70 gemeldet, dabei ein Franzose der dieses Jahr bereits den IM Südafrika in einer für mich utopischen Zeit gewonnen hat. Sofort wird mir klar – ich habe mich verzockt, total verzockt. Von wegen alleine am Start in M70 ! Beim „Check in“ am Tag vor dem WK würde ich eben diesen Tierry Foulounoux treffen, ein Kopf kleiner als ich und für einen M70er total wache und kluge Augen. Im ersten Moment nach Howards Info wollte ich sofort abreisen. Aber dann besinne ich mich: den weltweit härtesten, und wie ich hier gelernt habe, einer der landschaftlich schönste IM zu finishen, wäre das nicht eine ganz große Nummer.
Der Wettkampf selbst war ein Traum, auch wenn, wie das immer ist, der Marathon am Ende schlichtweg Quälerei ist. Das Schwimmen im Atlantik entlang der Küste mit ihren typischen schneeweißen Häusern auf schwarzer Vulkanerde und bei aufgehender Sonne ein Genuss pur. Der Radsplit mit den erwähnten Schwierigkeitsgraden mega tough: Just in durch das Kilometer lange und öde Lavafeld knallte die Sonne an diesem Tag schon mit 28 Grad runter und ausgerechnet an der längsten Steigung über 12 Kilometer hoch zu einer Sternwarte blies mir der für Lanzarote bekannte Nordostwind gnadenlos ins Gesicht. Ich dachte da oben komme ich nie an. Dennoch, ich fühlte mich an diesem Tag richtig fit, das ganze Gekurbele Sonntags im Keller- jetzt zahlte es sich aus. Am Ende stand ein Schnitt von 21,8 k/h auf meinem Radcomputer. Hätte mir vor Jahren jemand gesagt ich würde einmal so eine Pace auf so einem Parcours drücken, ich hätte ihn sofort in eine Psychiatrie einliefern lassen.
Ich kann diesen Bericht nicht abschließen ohne eine Episode vom Laufen zu erwähnen. Hannes und sein Team sind den ganzen Marathon über an der Strecke gestanden, haben mich motiviert aber vor allem unterrichtet über meinen Stand im Rennen. So lag ich zu Beginn des Laufes auf Platz 4, 20 Minuten hinter einem Platz auf dem Podium. Als es nur noch 3 k zum Finish waren erhielt ich die Info: der von Platz 3 ist schon 600 Meter hinter dir – zieh durch. So hatte es der Tracker angezeigt, auf dem so viele mein Rennen verfolgt haben was mich unglaublich motiviert, Danke dafür. Blöd an der ganzen Sache war nur: Platz 3, ein M70er aus Trier, ein gewisser Peter Joecken, war gar nicht 600 Meter hinter mir, das hatte der Tracker falsch errechnet. Nein, er befand sich just in diesem Moment genau neben mir, hörte natürlich unser kurzes Gespräch bezüglich des momentanen Rennverlaufes, und meinte verschmitzt grinsend: dann hänge ich mich mal dran. Was sich jetzt entwickelte war ein gnadenloses Rennen. Mal war Peter vorne, mal ich. An einer Steigung konnte ich ihm ein paar Meter abnehmen, meine Lunge brannte wie Feuer, aber am Ende war er dann doch wenige Sekunden vor mir an der Ziellinie. Egal, ich habe diesen Endspurt über 3 Kilometer genossen wie selten, es sind diese Battles am Ende eines IM, wenn der Körper völlig leer und aufgebraucht ist, die Beine nur noch weh tun und der Kopf sagt höre jetzt endlich auf, es sind diese Momente die unseren Sport so besonders machen.
Ich wollte diesen IM in der Cut Off time ins Ziel bringen- 16 h 59 Minuten. Im letzten Jahr wäre das Platz 1 und die Hawaii Quali gewesen. Meine Finisher Zeit gestern war 15:35 h, fast 1,5 h schneller als angestrebt. Ich bin so unsagbar stolz, auch wenn ich heute einen Rollator brauche um mich fortzubewegen. Das Erlebnis Lanzarote werde ich für immer mit mir tragen. Alle die mich mit Rat und Tat unterstützt haben möchte ich an dieser Stelle danken. Allen voran meiner lieben Frau, die mit meiner Sportbesessenheit tagtäglich leben muss und mir trotzdem ein selbst gefundenes vierblättriges Kleeblatt mit auf die Reise gab.
Und Hawaii? Nach dem Zieleinlauf saßen Peter Joecken und ich körperlich absolut am Ende nebeneinander auf einer Bank. Da sagte er plötzlich: ich bin für so etwas jetzt einfach zu alt, das war mein letzter IM. Vielleicht muss ich einfach solange warten bis tatsächlich kein anderer Grufti mehr am Start steht.

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Outback Marathon 2025

Outback2025

We‘re never gonna survive unless we get a little crazy (Seal 1991)#
Die Australier meiden das Outback. Was sollten sie auch dort? Nur Wüstenlandschaft, keine Civilisation, überall roter Sand und sehr giftige Schlangen sowie Spinnen. Ganz anders viele Deutsche. Für sie ist es ein Lebenstraum mit einem 4WD und dem GPS wochenlang durch das Outback zu cruisen. Meine Frau Evelyn hat das vor vielen Jahren gemacht und mir immer wieder davon erzählt, das hat mich sehr fasziniert. Vor 13 Jahren hat meine Tochter Claudia dann entschieden ihr Leben zukünftig down under zu fristen. Da wusste ich schon, irgendwann bist du auch im Outback! Aber 4WD und GPS ist so garnicht mein Ding. Als ich dann vom Outback Marathon hörte setzte ich den Event sofort auf meine „Bucket List“ (things you want to do before you die). Der Outback Marathon findet jedes Jahr im Juli statt, also wenn Sommerferien in Deutschland sind. Als angestellter Arbeitnehmer ohne schulpflichtige Kinder konnte ich diesen Termin in der Vergangenheit nie realisieren. Aber dieses Jahr, da hat es endlich geklappt. Als ich Claudia den Vorschlag machte mit ihrer Familie und mir ins Outback zu fliegen sagte sie: toll, da mache ich mit, du den ganzen Marathon und ich den Halbmarathon.
So packte ich kurz nach meinem 71. Geburtstag die Koffer und flog, mittlerweile zum 6. Mal, zu meiner Familie nach Sydney. Zuvor zeigte mir Evelyn, um mich für die große Unternehmung noch mehr zu motivieren die pittoresken Fotos von ihrer Fahrt durch das Outback. Kann also niemand sagen ich hätte nicht gewusst auf was ich mich da eingelassen habe.
In Sydney war tiefster Winter. Heißt, ich bin fast jeden Tag bei ca. 15 Grad in kurzen Hosen zum Schwimmtraining geradelt. Hier gibt es an jeder 2. Ecke ein Schwimmbad, die sind alle super gepflegt, fast immer hat man in den 50 Meter Becken eine Bahn für sich alleine. Traumbedingungen für das Schwimmtraining.
Der Outback Marathon ist eine kleine, man könnte auch sagen elitäre Veranstaltung. Neben dem (Halb) -Marathon werden auch noch 6 km für Kinder und 11 km angeboten. Aber mehr als 500 Teilnehmer über die 4 Wettbewerbe dürfen nicht mitmachen; Ich glaube ich habe meinen Startplatz als Quotengrufti erhalten.
Der Start im Morgengrauen war extrem eindrucksvoll: Mitten in der Wüste waren Zelte für uns aufgeschlagen worden. In der Ferne sah man wie die ersten Sonnenstrahlen den Ayers Rock (die Aborigines sagen dazu Uluru) beleuchten (siehe Videos unten). Alle waren freundlich, alle waren total entspannt (außer mir), das Ganze hatte mehr den Anschein eines Familienfestes denn eines harten Wettkampfes.
Aber, gleich nach dem Startschuss wurde das Problem dieses Laufes offensichtlich: der Boden ! Der rote Sand war teilweise so weich und tief, dass ich mich an die Vorbereitungsläufe am Strand von Zandvoort erinnert fühlte (siehe Video unten), und wenn er dann doch mal hart war hatte er lauter kleine Wellen und Unebenheiten, man eierte beim Laufen nur so herum. An eine gute Zeit zu denken – Fehlanzeige. Ich würde heute nach 5:15 h finishen; ich erinnerte mich beim Laufen an meinen allerbesten Marathon als Student mit 23 Jahren im Bienwald bei Karlsruhe: durchgehend auf Asphalt, den hatte ich in 3 h und 3 Minuten nach Hause gebracht.
Dafür eine unsagbar schöne Landschaft. Ich liebe Wüstenlandschaften und das durfte ich heute dann mal richtig auskosten. Und in der Ferne immer der Uluru, als ob er über uns wachen würde.
Ich lief also mit Claudia erst mal ganz locker los, schon bald waren wir alleine in der Wüste. Nur ab und zu Läufer, die uns bereits auf dem Rückweg befindend entgegen kamen. Ca. bei Kilometer 13 fing Claudia völlig unvermittelt an auf ihrem Handy zu texten. Was schreibst du denn da frug ich neugierig? Ich schreibe Mitch (ihr Ehemann), dass ich mich unentschlossen habe: ich laufe mit dir den ganzen Marathon. Ich bekam erst einmal Schnappatmung. Das Mädchen hat noch nicht einmal vor 12 Monaten entbunden, hat das Mindeste trainiert um wenigstens einen Halbmarathon körperlich durchzustehen und will jetzt einen Ganzen machen, es wäre ihr erster Marathon. Und mal abgesehen von der körperlichen Vorbereitung. Ich glaube wer einen Marathon, und dazu noch unter diesen Bedingungen durchstehen wil, braucht mentale Stärke und muss sich vom Kopf darauf einstellen.
Wer kann schon, wenn er 21 km laufen will, plötzlich das doppelte machen? Mit einem Klos im Hals antwortete ich also: das freut mich aber.
Wir liefen weiter. Bei km 25 spürte ich erste Ermüdungs-Erscheinungen, Claudia war eher gelangweilt. Ich solle ihr doch aus meinem Leben erzählen um sie zu unterhalten. Mit müdem Körper und Endorhin durchströmtem Gehirn erzählt man dann als Vater seinem Kind Dinge die man sonst ganz sicher nicht ausplaudern würde, ich glaube Claudia war richtig gut unterhalten.
Bei Kilometer 30 kam dann die berühmte Wand. Aber nur für mich, ich musste jetzt kämpfen, Töchterchen klagte zwar schmerzhafte Beine, lief dabei aber nach wie vor ganz locker. Kilometer 34 und Kilometer 38 musste ich eine Gehpause einlegen, alleine wäre Töchterchen 20 Minuten eher im Ziel gewesen. Schon 300 Meter vor dem Zieleinlauf kamen uns die beiden älteren Kinder ganz aufgeregt entgegengerannt und so liefen wir vier gemeinsam über die Ziellinie. Glücklich, beseelt, begeistert von der Schönheit der Landschaft und völlig erschöpft. Das Ergebniss: völlig egal, Hauptsache die Finisher-Medaille.
Auf dem Flughafen beim Abflug nach Sydney hatte ich übrigens einen großen kräftigen Mann gesehen, er trug ein dunkelblaues T-Shirt. Darauf stand in weißer Schrift: Finisher Antarktis Marathon 2023 …
we‘re never gonna survive unless we get a little crazy.

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